New York Cheesecake Mandarine

Ich stand irgendwo in New York, dieser gigantischen Stadt voller Extreme, an einer Kreuzung. Vom Times Square wollte ich Richtung Central Park, weil ich mir dort etwas Ruhe erhoffte. Ruhe wie es eben für New York möglich war. Es war Winter. Eine klirrende Kälte umgab mich, ein eisiger Wind ließ mich meinen Mantel noch enger ziehen. Trotz der Handschuhe hatte ich eisige Finger, so dass ich es kaum schaffte, meinen Schal so zu richten, dass die Kälte nicht bis auf meine Haut durchdringen konnte. Der Verkehr dröhnte. Busse schepperten an mir vorbei, Menschenmassen drängten sich vor den Zebrastreifen und warteten auf Grün. Überall nichts als Reklame, die Straßenränder waren dicht damit, jedes Hochhaus zugepflastert, es leuchtete und blinkte überall. Ich fragte mich, ob das überhaupt effektiv sein konnte und ob hier überhaupt noch jemand etwas davon wahrnahm. Ich hatte den Eindruck, man müsse hier abstumpfen als New Yorker, sonst könne man gar nicht überleben. Die Menschenmasse schob mich über die Straße. Auf der anderen Seite suchte ich Zuflucht an der Häuserwand, um mich kurz zu orientieren. Ich versuchte mit meinen gefrorenen Fingern den Stadtplan aus meiner Tasche zu fischen. Ich muss schon arg verzweifelt ausgesehen haben, denn plötzlich stand eine Frau neben mir, etwa einen Kopf kleiner als ich, dafür umso fülliger. Ihre Haut dunkel und wunderschön. Mit ihren schwarzen Augen sah sie mich an. Sie sagte etwas wie: „Do you need some cheesecake?“, und hakte sich bei mir ein. Ich wollte gerade etwas sagen, suchte nach Worten, da waren wir schon durch die Hochhäuser verschwunden in einer schmalen Gasse. Wo es Cheesecake gibt, da ist es sicher warm, dachte ich und hörte auf, die passenden Worte zu suchen. Wir hielten. Die Frau holte einen Schlüsselbund aus ihrer Manteltasche und schloss eine Glastür auf. Sie führte mich in einen großen, warmen Raum. Es war ruhig, nur aus einer Ecke tönten leise Dschungelklänge. Der süßliche Duft von Kakaobutter hing in der Luft. An den Seiten standen Orangenbäume in großen Töpfen. Ich hatte den Eindruck, als würden sich ihre Kronen über die gesamte Decke ziehen. Und tatsächlich, hier und dort hingen reife Orangen und Mandarinen von der Decke. Die alte Frau führte mich an einen runden hölzernen Tisch, der eher wie ein Baumstumpf aussah. Ein Baumstumpf, der noch fest in der Erde verwurzelt war. Ich setze mich auf einen niedrigen Hocker. „Wait a second“, sagte sie, lächelte verschmitzt und verschwand. Ich schaute mich um. Offensichtlich waren wir in einer Art Café. In den Wänden standen verschlungen große Sofas und im hinteren Raum befand sich ein Tresen, der aussah, als käme er aus den Kulissen des Films „Der Fluch der Karibik“. Ich sah noch einmal zur Tür, zu der wir hereingekommen waren. Spiegelverkehrt las ich die Buchstaben „New York Café“ und darunter mit Großbuchstaben „RAWFOOD“. Ich traute meinen Augen nicht! Doch bevor ich meine Gefühle von Begeisterung, Überraschung und Glück irgendwie ordnen konnte, kam die Frau wieder. Sie stellte mir diesen Cheesecake auf den Tisch, dazu einen dampfenden nach Frucht riechenden Kräutertee, wie ich ihn in dieser Stadt bisher noch nicht gefunden hatte. Für sich hatte sie das gleiche noch einmal. Sie setzte sich mir gegenüber und meinte: „Welcome to New York!“

 

Zutaten und Zubereitung für eine 26er Springform:

Teig:

  • 250 g Mandeln
  • 220 g weiche Datteln, entsteint
  • 2 EL Kakaopulver
  • 1 TL Vanillepulver
  • Etwas Wasser

Creme:

  • 3 Mandarinen (ca. 200g)
  • 300 g Cashews, eingeweicht
  • 150 g Kakobutter
  • 60 g Kokosöl
  • 2 Tropfen ätherisches Öl Mandarine
  • 6 EL Agavendicksaft
  • 1 TL Vanillepulver
  • 3 EL Kakaonibs

Topping:

  • 3-4 Mandarinen

Für den Teig zunächst die Mandeln mit der Küchenmaschine mit dem S-Messer häckseln bis ein grobes Mehl entstanden ist. Dann die Datteln hinzufügen, weiter häckseln. Währenddessen Kakaopulver dazu geben. Etwas Wasser dazu geben, so dass der Teig etwas klebrig wird. Nicht zu viel Wasser!

Eine Springform mit Backpapier auslegen und den Rand mit Kokosöl einfetten. Den Teig auf dem Boden verteilen und fest drücken. Zur Seite stellen.

Mandarinen für das Topping schälen und zerlegen. Einzelne Stücke von der unteren Seite durchschneiden und zur Seite stellen.

Für die Creme Kakaobutter und Kokosöl schmelzen. 1 Mandarine schälen, die anderen mit Schale grob zerschneiden. Zusammen mit den Cashews, dem Agavendicksaft, Vanillepulver und ätherischem Öl gut mixen. Dann Kakaobutter und Kokosöl hinzufügen und kurz untermixen. Zum Schluss Kakaonibs dazu geben und noch einmal kurz mixen, dass alles gleichmäßig verteilt ist.

Creme über den Kuchen geben, verstreichen und Mandarinenstücke mit der Schnittfläche nach oben auf dem Kuchen verteilen und etwas eindrücken. Im Gefrierschrank fest werden lassen.

 

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13 thoughts on “New York Cheesecake Mandarine

  1. Liebe Ute, der Cheesecake kommt wie gerufen, den werd ich gleich zum 5. Geburtstag meiner Kleinen (Großen) machen 🙂
    Und ich liiiebe deine Geschichten zu den Rezepten! <3
    Lg, Verena

  2. Oh, das ist was für Mr. Green. 🙂 Er liebt herkömmlichen Käsekuchen mit Mandarinen, jetzt werde ich mal versuchen, ihn von der rohen Version zu überzeugen. Ich bin sehr gespannt, wie die Creme mit den ungeschälten Mandarinen schmecken wird und habe meinen Einkaufszettel schon geschrieben!

  3. Das ist so wunderbar geschrieben ♡ Eine so schöne Einleitung auf den Käsekuchen, den ich nun unbedingt ausprobieren möchte, um auch einen Hauch New York zu spüren. DANKE dafür ♡

  4. Wow – das Rezept klingt total lecker… und die Geschichte dazu ist der Hammer… der wird nächsten Monat zu meinem Geburtstag an meinen Kollegen ausprobiert 🙂 Danke dafür !

  5. Liebe Ute! Eine tolle Geschichte und ein fabelhaftes Rezept. Den Kuchen mache ich für den Weihnachtsbasar in der Schule meines Sohnes. Der kommt bestimmt super an. Danke! LG

  6. Und schon befinde ich mich mitten in deiner blühenden Fantasie 🙂 herrlich, in dir schlummert gar nicht so heimlich eine Romanautorin! Den Kuchen möchte ich jetzt auch machen, also eigentlich nur in diesem Café essen, aber was solls.. Danke für das leckere Rezept!

  7. Hallo Ute,

    ich habe den Kuchen gemacht, er war viel viel viel zu fest. Beim nächsten Mal würde ich nur die Hälfte der Kakobutter nehmen.
    Aber ansonsten geschmacklich prima.

  8. Liebe Ute,

    vielen Dank für das leckere Rezept! Habe heute morgen deinen Kuchen gemacht und die Leckerei drum herum war dann gerade mein Frühstück 🙂 ach köstlich! Ich hatte allerdings Cashewmus roh verwendet, dann hat man die Einweichzeit gespart. Alles hat sehr gut mit dem Hochleistungsmixer geklappt. Statt Kakaonibs hatte ich die Kakaobohnen mit dem BP grob gemahlen, statt Agavendicksaft nahm ich Honig, knapp 6 EL. Freue mich schon ….
    Übrigens auch die Geschichte dazu hat mich berührt!
    Schaue regelmäßig auf deine Seite, du machst das toll!

  9. Hallo Liebe Ute,

    wir haben den selben Namen 😉 und haben heute den Kuchen gegessen. Ein Gedicht und er macht so zufrieden ! Musste Ihn etwas abwandeln, habe anstelle der Mandarinen Äpfel verwendet und anstelle der Kakaobutter nur Kokosöl verwendet. Es war der 1. rohvegane Kuchen, den ich gemacht habe. Er hat allen super geschmeckt und obwohl wir 4 Erwachsene und 2 Kinder waren , ist noch 1/4 Kuchen da.

    Vielen dank und macht weiter so. Eure Arbeit ist super inspirierend für mich !
    Ute

  10. Eine kurze Frage: was für ein ätherisches Öl nehme ich da? Eines für die duftlampe sicherlich nicht oder bekomme ich das bei den Backzutaten also sowas wie Mandarinenaroma???

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