Wildkräuter-Erdbeeren-Salat

Wisst ihr was passiert, wenn man ein paar Jahre lang regelmäßig Wildkräuter isst? Ich erzähle es euch, denn es ist faszinierend! Wir wohnen ja nun schon seit fast vier Jahren in unserer alten Dorfschule auf dem Land. Und genau so lang essen wir die Wildkräuter, die in unserem Garten wachsen. In den vielen Jahren davor, die ich in Hamburg lebte, habe ich dem Wunsch oft nachgehangen, täglich frische Wildkräuter essen zu können. Ihr müsst wissen, meine ersten Rohkost-Erfahrungen liegen ja schon viele Jahre zurück und begonnen habe ich mit der Urkost nach Franz Konz. Wenn man einmal in sein Standardwerk geschaut hat („Der große Gesundheits-Konz“), dann ist man, ob man möchte oder nicht, für immer und ewig verdammt, Wildkräuter zu essen! 😉 Zum Glück bin ich dann aufs Land gezogen und konnte endlich das tun, was der gute Franz so beharrlich von mir verlangte!

Ich möchte euch an dieser Stelle gar nicht damit langweilen, wie gut die Wildkräuter sind. Ihr könnt es überall nachlesen. Nein, es passiert viel mehr! Und zwar fängt der Körper sozusagen an, die Wildkräuter als Lebensmittel abzuspeichern. Er lernt, dass die Wildkräuter eine übersprudelnde Quelle an Vitalstoffen sind und erfährt, was für tolle Dinge in ihnen stecken. Er weiß irgendwann: „Wenn ich Wildkräuter bekomme, dann ist das mein Treibstoff, ich kann alles reparieren, ich kann optimal funktionieren und ich habe noch Energie übrig, die ich dem Kopf zur Verfügung stellen kann für großartige Gedanken und der Seele für die schönsten Gefühle der Welt!“ Und so passiert es, dass wenn man im frühen Frühjahr die Straße entlang geht, es plötzlich lecker, frisch und würzig riecht. Man denkt: „Lecker hier! Was ist denn das?!“ Und dann entdeckt man am Wegesrand kleine zarte Gierschblättchen, Gundermann oder andere Kräuter. Ja, es riecht gut, es riecht lecker! Man will die Kräuter sofort pflücken und essen. Wahnsinn, oder?

Und dann das: Irgendwann an einem ganz normalen Morgen bei uns zu Hause: „Mach mal bitte nicht so viel Frucht in den Smoothie.“ „Warum denn nicht??“ „Das verfälscht den Wildkräuter-Geschmack.“ „Echt jetzt?!“ „Ja man!“. Wisst ihr eigentlich, wie wichtig die Bitterstoffe in der Nahrung sind und dass wir wegen der überzüchteten Obst- und Gemüsesorten verlernt haben, diese lecker zu finden? Dabei verschaffen sie uns ein hohes Maß an Gesundheit, Vitalität und ein langes Leben! Sie sind ein wahres Lebenselixier! Die Wildkräuter sind voll bis oben hin mit Bitterstoffen! Zu Beginn mögen viele Menschen daher die Wildkräuter nicht so gerne. Es ist ratsam , mit kleinen Dosen anzufangen. Aber glaubt mir, unser natürliche Geschmack, der liebt das Bittere! Und plötzlich finden wir uns in folgender Szenerie wieder: Auf der Terasse. In der Hand ein großes Glas mit dunkelgrünem- bis schlammfarbendem Smoothie aus einer halben Banane, Wasser und den Rest des Mixers mit Wildkräutern vollgemacht.  Nach dem ersten Schluck: “ Ooooh, uuuuh, ist das lecker bitter!“ (Aber nicht zu laut, sonst verstören wir noch unsere Nachbarn!) (Kleiner Tipp: Das Bittere vertreibt die Lust auf Zucker, ein Muss also bei der Überwindung von Zuckersucht!)

Ich sag euch, unser Körper ist so wahnsinnig schlau und alles wird ins Lot gerückt, wenn wir nur damit beginnen, so zu leben, wie es es für uns gedacht ist! Dann sind wir im Vergleich zu den anderen, „normalen“ Menschen vielleicht etwas verrückt und verschroben. Aber dafür lohnt es sich allemal! 🙂 🙂

Zutaten:

  • 50-100 g Wildkräuter*
  • 300 g Erdbeeren
  • 2 EL Apfeldicksaft
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1/2 Handvoll Basilikumblätter
  • etwas Minze

* fangt mit weniger an und steigert euch im Laufe des Sommers! In unserem Salat waren Löwenzahn, Giersch, Sauerampfer, Taubnessel und etwas Gundermann

Zubereitung:

Wildkräuter sehr fein hacken, ebenfalls Basilikum und Minze für den extra Kick. Erdbeeren vierteln. Zusammen in eine Schüssel geben und Apfeldicksaft sowie Zitronensaft dazu geben und alles gut vermengen.

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19 thoughts on “Wildkräuter-Erdbeeren-Salat

  1. Ich trinke fast jeden Morgen einen Smoothie mit Banane und Löwenzahn oder Banane und Brennessel. Besonders die größeren Löwenzahn Blätter hätte ich früher gar nicht herunter bekommen. Mittlerweile schmecken sie mir richtig gut. So ändert sich der Geschmack

  2. Danke für die tolle Einleitung! Mit der Umgewöhnung des Körpers kann ich nur bestätigen. Obwohl ich noch gar nicht so lange Wildkräuter in meinen Speiseplan integriere und auch leider nur wenige Sorten kenne, finde ich den bitteren Geschmack inzwischen sehr sehr lecker.

    Liebe Ute, kannst Du die Lektüre des Gesundheits-Konz empfehlen? Bisher haben mich der Preis und auch der etwas gewöhnungsbedürftige Stil abgehalten, es mir zuzulegen.

    1. Kann ich ehrlich gesagt nicht wirklich empfehlen. Mir hat die Lektüre zwar einige Erkenntnisse gebracht, allerdings auch eine Zeit, in der ich ein bisschen unglücklich mit der Rohkost war…

  3. Ich finde diesen Bericht ganz spannend, denn auch ich gehe morgens durch den Garten um Wildkräuter zu pflücken. Leider habe ich immer noch nicht mehr Kräuter auf dem Zettel als Gundermann, Giersch, Löwenzahn und Gänseblümchen, bzw. Deine aufgezählten Kräuter. Ich würde mich sehr über Tipps freuen, denn auch wenn ich am Rande von Hamburg wohne, habe ich immer noch keine Wildkräuterführung machen können, sie sind irgendwie rar.
    Mit einem Wildkräuterbuch bewaffnet durch den Wald und Wiesen zu streunen, finde ich doch auch ein wenig bedenklich…. Vielleicht hast Du irgendwann einmal Lust Fotos von Deiner Ernte zu machen?? Aber vielen Dank erst einmal für die Inspiration 🙂

  4. Toller Artikel, ich finde auch man bekommt einen ganz anderen Geschmack und der Körper sagt was er brauch. Im Frühjahr hatte ich wahnsinnigen Appetit auf Brennessel und jetzt eher nicht mehr so, jetzt ist Girsch mein Favorit 🙂 Ich habe auch eine witzige Geschichte zu Wildkräutern. Wenn ich wo bin schau ich immer zu den Wildkräutern wo welche sind die ich noch nicht im Garten habe und grabe sie mir dann aus und Pflanze sie im Beet an, um sie vor dem Rasenmäher zu schütze 😉 So auch dieses mal, mein Mann und ich gehen spazieren, ich immer mit den Augen am Wegesrand. Mein Mann guckt auf den Weg und findet einen 5 Euro Schein an dem ich voll vorbei gelaufen bin 😉

  5. Das ist erstaunlich. Gestern Morgen habe ich meinen Mann gebeten, mich meinen Smoothie selbst machen zu lassen. Ohne eine Handvoll Kräuter mit mindestens einem Gänseblümchen dabei schmeckt er mir nur langweilig süß :0) Der Smoothie.

  6. Da bin ich ja mal gespannt, ob mir demnächst auch die Mischung aus 1/2 Banane und sonst nur Wildkräutern schmeckt 🙂 Bei mir kommen sie auch in jeden Smoothie, allerdings (noch) nicht in dieser Menge. Und verschroben bin ich sehr gerne. Die Nachbarn sind sicher sowieso schon verschreckt, weil ich Giersch, Löwenzahn, Vogelmiere & Co. ernte statt sie zu jäten 🙂

    Wieder mal ein toller Artikel und zu Erdbeeren sind Wildkräuter natürlich super.

    1. Hahaha! 🙂
      (Und dann später die Nachbarn um ein bisschen Giersch bitten, weil man den eigenen aufgefuttert hat!)

  7. Vom unbestreitbaren geschmacklichen Erlebnis abgesehen, stecken in ein paar kleinen Kräutern auch unglaublich viele wichtige Nährstoffe! Obwohl die Menschen immer dicker werden, ist Mangelernährung ein zunehmendes (pun intended) Problem. Sie ertrinken in Zucker und Fetten und verdursten in Bezug auf die wichtigen Nähr- und Ergänzungsstoffe. Die Stimme des Körpers wird erstickt durch das Lechzen nach Zucker oder dem Umami-Geschmack.
    Daher sollte man, wie ganz richtig geschrieben wurde, wieder lernen, auf die leise Stimme zu hören und dem schnellen geschmacklichen und ach so aalglatten und schnell überdrüssigen Vergnügen nicht nachgehen, sondern wieder eine feinere Zunge entwickeln, für die Nuancen, die das Leben interessant machen (und gehört dazu nicht auch eine Prise Bitterkeit?). Und wenn man dann aufmerksam lauscht, sagt einem der Körper auch, was man benötigt.

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