Österliches Frühstücksbrot

Neulich hatte ich Geburtstag. Und ein paar Tage später merkte ich plötzlich, dass ich wirklich ganz schön alt bin. Ich erzähle euch mal, wie das war.

Zu meinem Geburtstag bekam ich Konzertkarten geschenkt. Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich kein Konzertgänger bin, sogar ganz und gar nicht. Nicht, dass ich nicht gerne Musik höre. Aber von Konzerten war ich in meinem Leben bisher immer wenig angetan, denn in größeren Menschenmengen habe ich mich noch nie wohl gefühlt (ein bisher unveröffentlichtes Intimdetail! 😉 ). Aber über die Konzertkarten dieser besten Band freute ich mich sehr. Genau seit 1991 nämlich bin ich ein Fan (oder sagen wir, ich habe die Songs seitdem immer wieder mal aufgedreht und lauthals mitgesungen). 1991 war ich übrigens 8 Jahre alt (zweites bisher unveröffentlichtes Intimdetail). Und um dem ganzen eine Krone aufzusetzen, verrate ich euch nun auch noch folgendes intime Detail aus meinem Leben. Bei der Band handelt es sich nämlich kaum um eine coole, angesagte, rockige oder sonstwas Band, sondern um DIE PRINZEN. Ja, die Prinzen. Sollte es unter euch tatsächlich jemanden geben, der die Prinzen nicht kennt, dem seien an dieser Stelle die großen Hits vor Augen geführt: „Küssen verboten“ zum Beispiel, „Millionär“ oder „Alles nur geklaut“. Wisst ihr was: Ich kann so gut wie alle Songs auswendig. Ihr denkt nun vielleicht: Die ist ja schräg drauf. Wenn ihr früher Take That gehört habt oder die Kelly Family oder wenn ihr gar heute Silbermond hört, dann aber mal gaaaaaanz vorsichtig mit solchen Gedanken! 😉 😉 Aber nun zu der Story, die ich euch eigentlich erzählen wollte.

Ein paar Tage nach meinem Geburtstag machte ich mich nun also auf zu den Prinzen. Die Tatsache, alleine ein Konzert zu besuchen, genauer alleine auf ein Konzert der Prinzen zu gehen, rief in mir schon irgendwie das Gefühl hervor, nicht mehr die jüngste zu sein. Ich kam mir total 90er und irgendwie antiquiert vor. Schmunzelnd lief ich Richtung Konzertsaal und dann kam das: Taschenkontrolle. Ich öffnete meinen von Gebrauchsspuren deutlich gekennzeichneten Fair-Trade-Jute-Sack und lies den Ordner hineinsehen. Auch ich warf einen Blick in die Tasche, hatte ich sie zu Hause einfach nur schnell geschnappt und wusste somit selbst nicht, was drinnen war. In meiner Tasche befanden sich neben den üblichen Dingen wie Portemonnaie und Schlüssel noch folgende Gegenstände: Ein Apfel, zwei Paar Kindersocken, ein halber (kaputter) Zollstock, ein paar Haargummis und zerknüllte Kassenzettel. Schlagartig wurde mir bewusst, dass der Inhalt meiner Tasche mein derzeitiges Leben komplett repräsentierte. Rohkost, Kinder, Baustelle, ziemlich lange Haare und ein ordentliches Chaos! Man, dachte ich, was ist denn mit dir passiert?! Und fast hätte ich laut gelacht. Als ich kurze Zeit später im Konzertsaal saß (ja, ich SAß dort, denn es war kein Stehkonzert!), stellte ich mir die Frage, inwiefern man aus dem Inhalt von Handtaschen wohl immer so gute Rückschlüsse zum Leben ihrer Besitzerinnen ziehen kann wie in meinem Fall. Doch bevor ich dazu einige konstruktive Thesen aufstellen konnte begann das Konzert und ich und die anderen Kinder der 90er brachen in totale Partystimmung aus und rockten auf unseren Sitzplätzen, dass der Saal bebte! 

 

Zutaten & Zubereitung für 1 Laib:

  • 80 g goldene Leinsamen
  • 100 g Erdmandelmehl
  • 130 g Mandeltrester*
  • 4 EL Flohsamenschalen
  • 1 Zucchini
  • 1 EL Zitronensaft
  • 3 weiche Datteln
  • ½ TL Salz
  • 125 ml Wasser
  • 1-2 EL Mohn

 

*ergibt sich bei der Zubereitung von Mandelmilch mit ebenfalls 130 g Mandeln.

Leinsamen mahlen. Mit Erdmandelmehl, Mandeltrester und Flohsamenschalen in einer Schüssel mischen.

Zucchini schälen und klein schneiden. Zusammen mit den übrigen Zutaten im Mixer mixen und ebenso in die Schüssel geben. Alles verrühren und dann mit den Händen kneten.

Teig zu einem Laib formen und mit Mohn einreiben. In Scheiben schneiden und diese auf die Einschübe des Dörrofens legen und bei 42 Grad trocknen. Nach etwa 2 Stunden wenden.

Das Brot schmeckt bereits nach ca. 3 Stunden, über Nacht gedörrt ist es knuspriger, aber ebenso lecker!

 

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Über 150 leckere, einfache & inspirierende Rezepte gibt es außerdem in unserem Buch „Was dein Herz begehrt“.

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13 thoughts on “Österliches Frühstücksbrot

  1. Hallo Ute! Ersteinmal einen Herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag!
    Schreib doch bitte mal, wo sich euer Laden befindet?

    Liebe Grüße, Jenny (ASbH)

  2. Was für ein netter, humorvoller Beitrag 🙂

    1991 war ich schon 19… ist aber trotzdem lange her… und die Prinzen waren einfach top zu ihrer Zeit.

  3. Klingt ungemein lecker – das muß ich ausprobieren! Ich bin immer wieder begeistert von euren Brotkreationen. Nur mal eine Frage am Rande – muß es unbedingt Mandeltrester sein, oder geht auch ganz normales Mandelmehl? Ich mache nämlich höchst selten Mandelmilch, weil wir nur selten dafür Verwendung haben. Wenn ich mal ein bißchen brauche, dann nehme ich die „schnelle, faule“ Variante mit Mandelpüree ;). Dafür liebe ich euer Marzipanrezept und habe immer eine ordentliche Portion Mehl am Start 🙂

  4. Liebe Ute, Was für eine schöne Geburtstagsgeschichte 😀 Klasse geschrieben. Nach meinen Berechnungen bist Du erst 33 geworden. Vielen Dank für die vielen intimen Details 😏

  5. hallo und lieben dank für diese schöne Geschichte!
    Ich lese dich immer sehr gerne und freue mich Einblick in euer Leben zu erhalten. Wir haben einen rechte anderen Tascheninhalt und auch ein anderes Leben. Und es ist bereichernd und schön zu lesen wie ihr das so macht und wieviel Raum ihr dem *gesunden Essen* gibt.
    Herzlich Petra

  6. Hallo 🙂
    Vielen Dank für eure ständigen Beiträge! Wunderbar, dass wir so in euer Leben „hinschauen“ dürfen. Ich lese euren Blog soooo gerne! Auch die älteren Beiträge sind immer wieder lesenswert! 🙂

  7. Liebe Ute,
    mist, und wo nehme ich jetzt einen Dörrofen her? Mir reichts. Ich glaube, mit diesem Rezept hast du mich. Ich gehe jetzt bei Ebay gucken.
    Und zu meinen Intimdetails: Ich war bei 15 Bryan Adams Konzerten in der 1. und 2. Reihe. So viel zu Jugendpartys 😉
    Alles, alles Liebe

  8. Boah, das sieht toll aus! Und täuschend nach herkömmlich gebackenem Brot. Ich hab‘ bisher nur die dünne Variante von Rohkostbrot ausprobiert, also die am Ende eher so einen Knöckebrot-Look hat. Danke für das Rezept! Und danke für euren tollen Blog 🙂
    Ana

  9. Liebe Ute,

    vielen Dank für das tolle Rezept und deine immer wieder tollen Geschichten aus eurem Leben! Sag mal, was würdest du empfehlen, was man anstatt Mandeltrester verwenden könnte? (Nussallergie…) Vielleicht einfach dementsprechend mehr Erdmandelmehl?

    Liebe Grüße, Eva
    PS: Willkommen in der Prinzen-Fan-Gruppe! 😀 Auch ich hab sie schon als Kind rauf und runter gehört, nur auf einem Konzert war ich leider noch nicht.

  10. Ein fantastisches Rezept! 🙂 Ich habe das Rezept ein bisschen abgewandelt, dementsprechend, was meine Küche hergegeben hat. 😉
    Die Leinsamen habe ich weggelassen und auch nur 3 EL Flohsamenschalen genommen (kam mir zu viel vor… aber vielleicht war die Menge an Zucchini einfach zu wenig? Ich probiere es spätestens im Sommer mal mit mehr Zucchini aus).
    Weil ich keine Mandeltrester da hatte, hab ich mir mit Walnüssen geholfen.
    Weil ich neugierig war, hab ich die Zucchini nicht geschält…. was soll ich sagen… es ist ein frühlingshaft-grünes Brot geworden. <3

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