Wasserkefir: Der leckerste Jungbrunnen aller Zeiten!

Gärprodukte – welcher Art auch immer – werden von den Menschen seit langer Zeit geliebt (Sauerkraut, Getreide, Wein…). Und zwar überall auf der Welt! Naja, mit einer Ausnahme. In unseren westlichen Industriestaaten sind diese Produkte weitestgehend von unserem Speiseplan verschwunden. Warum? Weil sie sich eben nicht industriell herstellen lassen. Es sind lebende Produkte, die Zeit brauchen, bis sie fertig sind. Sie benötigen eine besondere Achtsamkeit, man muss sie ein bisschen hegen und pflegen. In Fabriken und Supermärkten ist das nicht möglich. Und wenn sich doch einmal ein Gärprodukt in die Regale verliert, dann ist ziemlich wahrscheinlich, dass es durch Erhitzung haltbar gemacht wurde und daher eben kein lebendiges Produkt mehr ist (Tempeh, Miso…). Damit hat es auch den Gesundheitsnutzen verloren. Wasserkefir kann man nicht kaufen. Selbermachen ist die einzige Alternative, um den Genuss zu erleben und zu spüren, wie es den ganzen Körper vitalisiert und erfrischt. Ach, was für ein Zufall, dass ich Selbermachen so liebe!

Was ist denn nun eigentlich Wasserkefir?

Die meisten von euch – wie auch ich vorher – kennen wahrscheinlich nur den Milchkefir. Dieser kommt natürlich für jemanden, der auf Milchprodukte verzichtet nicht in Frage. Schade, dass der Wasserkefir so unbekannt ist, denn dieser schmeckt köstlich, ist erfrischend, prickelnd und lässt sich auf kreative Art und Weise zu vielen leckeren Varianten verarbeiten! Einfach gesagt handelt es sich beim Wasserkefir um ein kohlensäurehaltiges Gärgetränk, das mit Hilfe einer zuckerhaltigen Wasserlösung und Wasserkefir-Kristallen hergestellt wird.

Und warum ist er so gesund?

Es gibt viele Aussagen hinsichtlich der Heilkräfte des Wasserkefirs in Bezug auf unterschiedliche Leiden (Leber, Galle, Nerven, Magen, Darm, Nieren…). Die Ureinwohner des Kaukasus trinken Wasserkefir schon in ihrer Kindheit und erreichen ein durchschnittliches Alter von bis zu 110 Jahren. Man spricht ihm eine Stärkung der Abwehrkräfte, eine den Blutdruck regulierende sowie entgiftende und entschlackende Wirkung zu. Die Heilkräfte sind wissenschaftlich nicht belegt, doch bleibt unbestritten, dass Wasserkefir durch seinen hohen Gehalt an lebenden Mikroorganismen (vor allem Milchsäurebakterien) eine positive Wirkung auf die Darmflora hat. Eine gesunde Darmflora ist zentral für unseren gesamten Gesundheitszustand! Ich selbst spüre einen sehr vitalisierenden Effekt des Wasserkefirs und liebe es, Wasserkefir-Limonaden nach der Sauna óder dem Sport zu trinken. Aus unserer Küche ist er nicht mehr wegzudenken!

Wasserkefir herstellen – ist echt easy!

Zutaten:

  • 1 Liter stilles Wasser (keine Leitungswasser)
  • 3 Esslöffel Wasserkefir-Kristalle
  • 3 Esslöffel Rohrohrzucker oder Kokosblütenzucker*
  • 2 getrocknete Feigen**
  • 2-3 Scheiben Bio-Zitrone

*der Zucker wird von den Wasserkefir-Kristallen aufgebraucht! Rohrohrzucker ist meiner Erfahrung nach am effektivsten!

**es eignen sich auch alle anderen ungeschwefelten Trockenfrüchte, z.B. 1,5 EL Rosinen, Feigen sollen am effektivsten sein.

Außerdem:

  • 1,5 Liter Einmachglas
  • Plastiksieb und Holz- oder Plastiklöffel

Anleitung:

Zucker in einem warmen und sauberen Gefäß (Einmachglas) im lauwarmen Wasser einrühren bis dieser sich aufgelöst hat. Dann die Kefirkristalle mit dem Holzlöffel dazu geben (die Kristalle sollten nicht mit Metall in Berührung kommen!). Trockenfrüchte und Zitronenscheiben hinzu geben. Das Gefäß locker verschließen und an einem warmen Ort gären lassen. Ideal sind 20-25 Grad. Wenn Bläschen aufsteigen und die Kristalle schwimmen, dann arbeitet der Kefir. Grundsätzlich heißt es, dass der Kefir nach 2-3 Tagen bereits fertig ist. Ich warte solange bis der Zucker vollständig aufgebraucht ist und ein saures Getränk entstanden ist. Vor allem, wenn ich mit Rohrohrzucker arbeite, möchte ich ihn ganz verbraucht haben.

Wenn der Ansatz fertig ist, Zitrone und Trockenfrüchte aus dem Glas fischen und das Getränk durch ein Plastiksieb in ein gewünschtes Gefäß gießen. Getränk im Kühlschrank aufbewahren (wieder nicht ganz verschlossen) oder weiter verarbeiten (siehe unten). Nun die Kristalle unter Wasser gut abspülen und einen neuen Ansatz machen!

Wasser-Kefir-Limonaden

Wenn man das fertige Getränk hat, kann man dieses ein zweites Mal gären lassen. Man fügt zum Beispiel frische Kräuter (Zitronenmelisse, Waldmeister, Pfefferminze…) und geschnittenes Obst hinzu und lässt es noch einmal einige Tage fermentieren. Gefäß verschließen und einmal täglich Kohlensäure entweichen lassen. Auf diese Weise entstehen die schönsten und leckersten Limonaden. Mit Weintrauben bekommt einen tollen Sekt-Ersatz! Lässt man den Kefir wie wir sehr sauer werden, so serviert man ihn am besten mit einem selbst hergestellten Apfel- oder einem anderen Fruchtsaft. Köstlich!

Ich verspreche euch, ihr werdet mit jeder Zelle den Wert dieses Getränkes spüren!

Woher bekommen?

Der schönste Weg ist es natürlich, die Kristalle von jemandem zu bekommen, der selbst einen Wasserkefir zu Hause hat. Da das meist nicht der Fall ist, kann man den Wasserkefir auch online beziehen (z.B. HIER). Das ist zwar nicht so kostengünstig, lohnt sich aber. Auf Facebook gibt es eine Gruppe, in der sich Menschen zu den Themen Wasserkefir und Kombucha austauschen. Dort kann man fragen, ob jemand gegen Porto etwas von seinen überschüssigen Kristallen abgeben kann.

Besucht uns doch auf Facebook, schafft euch unser Buch an oder besucht uns in unserer alten Dorfschule auf einen Workshop!

 

 

23 thoughts on “Wasserkefir: Der leckerste Jungbrunnen aller Zeiten!

  1. Das klingt sehr interessant, muss ich dringen mal ausprobieren.
    Wie schmeckt das ganze denn, wenn man keine Limonade daraus macht und warum kann man kein Leitungswasser benutzen? Und welches Wasser sonst? Gekauftes scheint mir oft nicht besser zu sein.
    Liebste Grüße 🙂

    1. Es schmeckt sauer (je nach Länge der Gärzeit) & erfrischend! 🙂
      Am besten ist Leitungswasser, das du mit einem guten Filter gefiltert hast.
      Leider ist alles andere Wasser von minderwertiger Qualität… 🙁

  2. Hallo Ute, danke für das Rezept. Ich stelle regelmäßig Kombucha her. Dabei habe ich allerdings schon ein etwas ungutes Gefühl, da dort auch Zucker verwendet wird. Ich habe allerdings auch mit einer Kombination aus 5 Teilen Honig zu einem Teil Zucker guten Erfolg. Ich warte sehr lange, bis ich ein recht saures Ergebnis (essigartig) habe.
    Hast Du denn Kefirkristalle abzugeben? Ich würde es sehr gerne mal ausprobieren. Natürlich würde ich die Unkosten erstatten.

      1. Ich weiss ja nicht was für Leitungswasser ihr un Deutschland habt. Hier in der Schweiz am Bodensee vermehren sich die Kristalle wie verrückt mit Leitungswasser. Wir benutzen das Leitungswasser ja auch als Trinkwasser mit dem Soda Club. D

        1. Bei gefiltertem vermehren sie sich nicht so schnell 🙂
          Hab auch ne Zeit lang Leitungswasser benutzt und wusste nicht mehr wohin mit den Kristallen ^^

  3. Hallo Ute, kann man Wasserkefir auch Kindern zu trinken geben? Meine Tochter 1 mag den ganz gerne. Bin mir nur unsicher ob Kinder den bedenkenlos trinken dürfen.

    1. Also die im Kaukasus geben es ihren Kindern! 😉
      Es entsteht eine geringe Menge von Alkohol. So 0,5 % oder so…. Ich denke aber, hin und wieder eine kleine Menge ist okay. Unsere Kids fanden den Kefir nicht so doll! 😉

  4. Hallo Ute,
    zuerst möchte ich sagen: Danke für euren tollen Blog und die wunderbaren Einblicke, die ihr hier gebt! Ich bin wirklich fasziniert von eurer Einstellung und Lebensweise!
    Ich muss sagen, ich bin durch diesen Beitrag wieder neu auf Wasserkefir aufmerksam geworden. Ich kenne ihn, ohne es zu wissen, schon länger. In meiner Familie hatte jemand vor Jahren Wasserkefir, nur kannte diesen Namen niemand von uns. Ich habe das damals irgendwie nicht ernst genommen – vielleicht auch, weil es mir nicht geschmeckt hat (dazu muss ich noch erwähnen, dass es damals jeden (!) Tag frisch angesetzt wurde und es immer wie gezuckertes Wasser geschmeckt hat).
    Nun beschäftigen mein Mann und ich uns schon länger mit der Fermentation von Gemüse und in diesem Zusammenhang bin ich auf deinen Beitrag hier aufmerksam geworden und er hat mein Interesse geweckt. Ich werde versuchen, an die Kristalle zu kommen und leckeren sauren Wasserkefir zu machen! ;-D
    Ist das sehr kohlensäurehaltig? Ich habe mal gelesen, dass Kohlensäure für den Körper nicht so gut ist… in unserem fermentierten Gemüse ist ja auch Kohlensäure, aber die merkt man eigentlich gar nicht.
    Entsteht dabei nicht auch Alkohol?

    Danke dir schon mal!
    Liebe Grüße
    maria

    1. Oh wie schööööön! Zwei Fermentier-Verrückte! Wir fermentieren auch sehr viel und LIEBEN es. Ein absolut wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung! Ohne geht´s nicht. 🙂
      Also: man muss zwischen der biologisch gebildeten natürlichen Kohlensäure im Wasserkefir und der künstlich als Konservierungsstoff zugesetzten Kohlensäure in handelsüblichen Getränken unterscheiden. Letztere ist in den Mengen, in denen sie üblicherweise konsumiert wird, sehr ungesund und zerstört zudem noch das Wasser in seiner eigentlichen (heilenden) Form. Die Kohlensäure im Kefir, welches ja auch noch sowieso viel weniger getrunken wird, regt den Kreislauf auf angenehme Weise an. In einer Rohkost-Ernährung oder veganen Vollwert muss man sich über eine Übersäuerung durch Wasserkefir absolut KEINE Gedanken machen! 😉 Soweit zumindest, was ich weiß! 🙂
      Liebe Grüße und gaaaaanz viel Erfolg!

  5. Das finde ich total spannend und ich habe auch versucht, die Kristalle zu bestellen. Leider ist offenbar ein Fehler in der Bestellroutine vom Shop. Na, ja ich bleib dran.
    Jedenfalls vielen Dank für den tollen Beitrag, ich finde eure Seite total spannend und werde viel verwenden. Gutes und erfolgreiches neues Jahr für Euch! Viviane

  6. Hallo liebe Frau Ludwig,
    mich interessiert ab wieviel Tagen der Zucker beim Kefir aufgebraucht ist? Woran kann ich das beim Kefir erkennen?
    Danke für Ihre Antwort
    Friederike

  7. Ich stöbere schon eine Weile bei euch herum und mag diese Seite sehr.

    Rohkost integriere ich zunehmend in meine Ernährung. Eine komplette Umstellung kommt (noch? ) nicht in Frage.

    Habt ihr Empfehlungen zur Literatur? Ich vertrage vieles nicht (grüne Smoothies zum Beispiel) und habe kürzlich herausgefunden, dass man in der Rohkost nicht einfach alles kombinieren kann. Eiweissreiches Grünzeug und Obst vermischt muss nicht jeder Bauch vertragen.

    Woran orientiert ihr euch? Oder gehört ihr zu den Glücklichen, die eh alles vertragen?

    1. Hey Birgit!

      Das Nicht-Vertragen von Rohkost kann unterschiedliche Ursachen haben… Oft liegt es an der Darmflora, die oft stark in Mitleidenschaft gezogen ist und somit nicht mehr natürlich funktioniert. Ich finde für den Einstiegt das Buch „Rohvolution- das karottenknackige Einsteigerprogramm“ super. Wir haben mitlerweile unsere eigene „Richtung“ aus verschiedenen Ansätzen zusammengebaut und hören stark auf unsere Intuition. Ich kann dir sehr empfehlen, zu einem unserer Workshops zu kommen, da erfährst du sehr viel über die Rohkost-Ernährung und bekommst einen guten Leitfaden für den eigenen Start! 🙂

  8. Hallo!
    Das mit dem Wasserkefir klingt sehr interessant.
    Ich fermentiere auch – mein eigenes Putzmittel (aus „effektiven Mikroorganismen“ auch EM genannt). Die Mikroorganismen werden hierfür mit Rohrzucker-Melasse gefüttert, da darin viele Nährstoffe sind, die sie alle benötigen.
    Nun meine Frage: Könnte man für den Wasserkefir auch Rohrzucker-Melasse nehmen oder ist das zuwenig Süß für die Bakterien?

  9. Kompliment für Eure Seite und Blog. Einfach toll und inspirierend.
    Wasserkefir und Kombuch sind schon seit längerem treue Begleiter :-).
    Allerdings kommt mein Wasserkefir mit Osmosewasser nicht klar, die Kristalle werden immer kleiner und lösen sich irgendwann in Wohlgefallen auf. Mit Leitungswasser funktioniert es tadellos.
    Der Kombucha allerdings liebt das gefilterte Wasser.

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